Viel Musik und ordentlich Dampf beim Fürstenauer Rock am Schloss
Fürstenau. Die alten Gemäuer, die hohen Bäume und die Gewässer rund um das Gelände des Fürstenauer Schlosses strahlen eine besondere Atmosphäre aus. Dieser Schauplatz scheint wie gemacht für ein Rockkonzert. Das dachten sich wohl die Veranstalter von Rock am Schloss. Das Festival ging am Samstag in seine fünfte Runde und hatte zur kleinen Jubiläumsfeier wieder zahlreiche Bands aus der Umgebung und darüber hinaus geladen.
Insgesamt rund 1000 Gäste feierten nach Angaben der Veranstalter unter anderem mit den Osnabrückern von der Dampfmaschine und den Indierockern Kilians, den Auftakt machten jedoch die Jungs der Band Unfames. Die vier Klassenkameraden im Alter von 12 und 13 Jahren spielten in Fürstenau ihr erstes Konzert auf einer Bühne dieser Größe, wie ihr Sänger verriet. Bei Songs von Rockgrößen wir Green Day, Blink 182 oder Madsen war von Nervosität jedoch keine Spur zu sehen.
Das Akustikduo The Band Before Yesterday schien zwar ebenso wenig nervös, dafür aber leicht zerstreut. „Ach das ist der Name unserer Band?“ Gut zu wissen. Die Gruppe wurde erst drei Tage zuvor gegründet, spielte zwei Proben und sitzt jetzt auf der Bühne am Schloss. Die beiden gut gelaunten Herren spielen eine Mischung aus „Lustigem, nicht so Lustigem, Altem und Neuem“. Vor der Bühne stehen vor allem Jüngere und singen lauthals mit.

Desona mit überzeugendem Rock
Ein Ziel des Festivals ist damit erreicht. Rock am Schloss sei ein Fest für die Familie, aber vor allem auch für die Jugend und Jugendkultur, erklärt Mitverantwortlicher und Ansager des Abends, Benno Trütken. Aus diesem Grund habe man auch den Träger des Festivals, den Verein Fürstenauer Jugendkultur, ins Leben gerufen. Und nicht nur jugendliche Rockbegeisterte sind anwesend, auch eine Gruppe Grundschüler wird über das Gelände geführt.
Nach den eher seichten Klängen der Akustikgitarren bestreiten Pavement Poetry aus dem Emsland wieder eine härtere Gangart. Punkrock, kraftvoller Gesang, rau und mit dem Hang zum Emotionalen. Das klingt gut, die Band überzeugt, und auch das Publikum ist begeistert.

Crowdsurfing in Fürstenau
Desona aus Hannover konnten im vergangenen Jahr zahlreiche Bandcontests für sich entscheiden. Warum – das zeigen sie auch am Fürstenauer Schloss. Die 2009 gegründete Band spielt energiegeladenen Alternativ-Rock, der nach vorne drängt und zum Mitsingen anregt.
Die Gruppe Lo Parker aus Bersenbrück hat sich bereits einen festen Namen in der Region erspielt. Auch am Abend stehen sie auf der Bühne und sind ein richtiger Jubiläumsgast. Bereits auf dem ersten Rock am Schloss waren sie vertreten, früher noch unter dem Namen Indoor. Damals vor allem in Englisch, präsentieren sind ihre Songs mittlerweile überwiegend in Spanisch. Dem Publikum gefällt das, und das lässt es sich auch anmerken.

Starke Posen
„Heimspiel“ heißt es, als die Band Kula die Bühne betritt. 2007 spielten sie beim Rock am Schloss ihren letzten Auftritt und zogen sich vorerst zurück. Jetzt sind sie wieder da, haben neue Songs im Gepäck und präsentieren sich spielfreudig. Das Publikum empfängt die Rückkehrer herzlich, und es scheint als wären sie nie weg gewesen. Eingängige Pop-Songs mit deutschen Texten, die zum Mitsingen einladen. Die Leute lassen sich nicht zweimal bitten und feiern zusammen mit den vier Fürstenauern weiter in den Abend, bevor der Rockhammer noch einmal kräftig zum Schlag ausholt.

Die Jugend war gefragt beim Rock am Schloss
Dampfmaschine halten genau das, was ihr Name verspricht. Die Menschen im Publikum scheinen zunächst nicht darauf vorbereitet zu sein, was da über sie hinwegwalzt. Punkrock, Rock ’n’ Roll, Hardcore, direkt, laut und ohne Schnörkel. „I Love My Body“ heißt es in einem ihrer Songs, und wer seinen Körper liebt, der darf ihn auch zeigen. Den Oberkörper frei, verwandeln die Osnabrücker das Publikum in einen springenden und pogenden Mob.

Die Headliner am Abend sind die Kilians. In der Indie-Szene schon lange bekannt, spielten sie schon zusammen mit Bands wie den Beatsteaks oder Mando Diao. Das Publikum tanzt, singt und erlebt mit dem britpop-artigen Gitarrensound ein gelungenes Abschlusskonzert. Sogar ein Ständchen für die Geburtstagskinder bringen die sympathischen Jungs aus Dinslaken.
Mit der anschließenden Fiz-Oblon-Party geht das fünfte Rock am Schloss zu Ende.
Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt 28. August 2011 19:09 Uhr
Fotos: David Hausfeld/Jan Ackmann
Benno am August 30th 2011 in Allgemein



















