Regentanz vor dem Schloss

Fürstenau. „Bakkushan“ dürfte von nun an für viele Mädchen aus dem Nordkreis kein Fremdwort mehr sein. Als die vier Mannheimer Jungs gegen 22 Uhr die Bühne betreten, lösen sie sogar „Kreischalarm“ aus. Zwei Stunden später steht „Rantanplan“ auf der Bühne, die Mädchen kreischen nicht mehr. Jetzt wird „gepogt“ – Rock am Schloss in Fürstenau mit 1100 tanzwütigen Gästen.

Bakkushan

Dem Licht entgegen: Nicht nur das Publikum ging beim Rock am Schloss in Fürstenau richtig ab.

Insgesamt sieben Bands standen in diesem Jahr auf der Bühne. Die Mischung macht es, und die haben die Organisatoren gut getroffen:

Von der ambitionierten Lokalband über eine erfolgreiche Ska-Punk-Band bis hin zu einer Newcomer-Gruppe aus Mannheim, die vielleicht bald den nationalen Durchbruch schafft.

Den Reigen der Lokalbands eröffneten „Parasite“ aus Bramsche. Die vier Jungs gründeten 2006 ihre Band und bestechen durch „einen Stil, der irgendwo zwischen Bluesrock, Alternative Rock und Hardrock liegt“, wie sie selbst sagen. Also genau richtig, um das Festival-Publikum in Stimm

ung zu bringen. Danach ging „Big Tennis“ ins Rennen. Die ebenfalls vierköpfige Band aus Lingen ist im Emsland schon lange eine Größe. Bei ihrem Musikstil setzten sie auf die, verglichen mit den anderen Bands des Festivals, etwas leiseren Töne. „Hardpop mit Gitarrenkante“ nennen sie ihren Stil.

Rock am Schloss aus sicht von Bakkushan

Rock am Schloss aus sicht von Bakkushan

Ob die Festivalbesucher herausgefunden haben, was die Band „Barry Yoko“ aus Bersenbrück mit einer „pinken Morgendämmerung“ meint, bleibt unklar. Klar ist jedoch, dass die vier Jungs das Publikum mit „professionellem Rock amerikanischer Machart“ im Fürstenauer Regen überzeugten.

Für die Rock-Fans gab es nach „Barry Yoko“ Kieler Tequila auf die Ohren. „Tequila and the Sunrise Gang“ brachten für kurze Zeit den Sommer zurück nach Fürstenau und präsentierten auf der Bühne ihren Sound – verstärkt durch eine Bläsersektion. „Das ist meine Musik.

Mir gefällt ja dieser jamaikanische Sound, der durch Saxofon, Posaune und Trompete entsteht“, begeistert sich eine Besucherin und tanzt in Richtung Bühne. Auch Gregor gefällt die Musik: „Diese weniger bekannten Bands finde ich eh besser.“

Wie süß

Wie süß

Mit dem Auftritt von „Enfeeble“, ebenfalls aus Lingen wurde es dunkel. Nicht nur, weil sich um 21 Uhr die Sonne langsam verabschiedete, sondern auch weil die Jungs für ihren „Trash-Metal-Stil“ bekannt sind. „Wahnsinn, wie der seinen Kopf kreisen lässt“, findet Festivalbesucherin Lena und deutet auf den langhaarigen Bassisten.

Pünktlich zum Aufmarsch der Headliner hörte es endlich auf zu regnen.

Die ersten Reihen vor der Bühnenabsperrung waren fest in der Hand der 14- bis 16-jährigen Mädchen, die ihrem Schwarm Daniel, Frontmann von „Bakkushan“ vermutlich besonders nah sein wollten. Ihre Hits „Baby, du siehst gut aus“ und „Alles war aus Gold“ brachten die Menge innerhalb kürzester Zeit zum Beben. Die Mädchen kannten natürlich alle Lieder auswendig . Die Textzeile „Lass deine Haare fliegen beim Pirouettendrehen“ nahmen nicht nur die Fans wörtlich, sondern auch Gitarrist Robert und Bassist Christian, die die Bühne mächtig rockten. „Letzte Woche habe ich mir die CD gekauft, jetzt wollte ich mir die Band dazu ansehen“, sagt Fan Mareike völlig begeistert.

Den auf vielen Festivals erprobten Jungs von „Rantanplan“ gelang es, noch einen „draufzusetzen“.

Ab 0 Uhr ging „der Punk ab“. Frontmann Torben fegte über die Bühne und unterhielt die Menge zusammen mit seinen Kollegen nicht nur mit „Ska-Punk-Rock“ vom Feinsten, sondern auch mit Wortwitz.

Noch bis halb fünf am Morgen rockten die Festivalbesucher bei der „Fiz-Oblon-Aftershow-Party“ weiter. Mit dem „fiztypischen“ Sound der 70er- und 80er-Jahre ließen die Rocker hier den Festivalabend ausklingen.

Zufrieden waren auch die Rettungskräfte. Viel mehr als einen umgeknickten Fuß

gab es nach einer wahrhaft rockigen Nacht nicht zu vermelden.

Auch Bläser können Rocken!

Auch Bläser können Rocken!

(Quelle: Bersenrbücker Kreisblatt Ausg. vom 30.08.10 -Eva Köbbemann)

Ein bißchen Wahnsinn gehört auch dazu.

Ein bißchen Wahnsinn gehört auch dazu.

Voll Konzentriert

Voll Konzentriert

Geburtstagskind Steffi: Die Band Ratanplan stimmte für die Festival-Helferin ein Lied an.

Geburtstagskind Steffi: Die Band Ratanplan stimmte für die Festival-Helferin ein Lied an.

Benno

Moderator Benno Trütken: Er führte durch den Konzertabend und freute sich über die gute Stimmung.

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Eva am August 30th 2010 in Allgemein

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