Mit „Jennifer Rostock“ auf Tuchfühlung

Von Eva Köbbemann und Elisabeth Rahe (Text und Fotos)

fürstenau.
Die eisigen Temperaturen konnten den Fans von „Jennifer Ros tock“, „One Side Smile“ und Co. nichts anhaben beim dritten „Rock am Schloss“ in Fürstenau. Über 1000 Leute waren gekommen, um zu feiern und gute Musik zu hören. Das Erfolgsrezept: ein Mix aus Newcomer-Bands, die aus den Charts bekannt sind, und Gruppen aus der Region. Genauso gemischt wie die Bands war auch das Publikum. Vom Enkelkind bis zur Großmutter waren alle vertreten.

Keine Chance für kalte Füße: Die Bands heizten dem Publikum ordentlich ein.
Keine Chance für kalte Füße: Die Bands heizten dem Publikum ordentlich ein.

Den wohl schrägsten Auftritt des Festivals brachten „Die Tulpen“ aus Bersenbrück auf die Bühne. Angefeuert vom eigenen Fanclub „Humus“, präsentierten sie dem Publikum ihre Lebensphilosophie: „Wenn ich nicht weiß, wer ich bin, schmier ich mir ein Eibrötchen. Denn ein Brot mit Sellerie ist meine Therapie.“ Zu so einer leckeren Stulle gehört natürlich auch ein schmackhaftes Getränk. Auf keinen Fall fehlen bei einem Auftritt darf der Kräuterschnaps „Mümmelmann“, das Lieblingsgetränk der Band, dem sie sogar einen eigenen Song gewidmet hat. Auch optisch kamen „Die Tulpen“ gewöhnungsbedürftig, aber höchst sympathisch daher. Mit selbst gebastelten Blumenhaarreifen, die entfernt an die „Teletubbies“ erinnerten, versprachen sie ihren Fans, „ein Ende des Wahnsinns ist nicht abzusehen“.

Weniger schräg, aber dafür rockig ging es weiter mit „Chinaski aus Damme“, die vor allem die weiblichen Fans begeisterten. Dunkel wurde es beim Auftritt der Metall-Band „Pressure Recall“ aus Löningen. Passend zur Tageszeit verdunkelte sich nicht nur der Himmel, sondern auch die Fans bekannten „Farbe“ – mit schwarzen Lederklamotten und viel dunklem Kajal.

Für die richtige Festivalstimmung sorgten die Jungs von „One Side Smile“. Über 500 Kilometer waren sie aus Karlsruhe angereist, um auf dem „Rock am Schloss“ zu spielen. So hoch im Norden waren sie noch nie gewesen. „Das platte Land hier war schon ein kleiner Kulturschock für uns“, gaben sie im Gespräch mit dem „Bersenbrücker Kreisblatt“ zu (siehe Kasten). Trotz der langen Reise und der Aufregungen um das Land und die Leute war bei ihrer Bühnenshow keine Spur von Müdigkeit zu sehen. Die Jungs nahmen die ganze Bühne in Anspruch, rasten von links nach rechts und wieder zurück. Das Publikum animierten sie zu einer Polonaise und zum Mitsingen. „Es war der Hammer mit euch!“, versicherten sie am Ende ihrer Show.

Mit vollem Körpereinsatz und einem provokanten Spruch nach dem anderen begeisterte Hauptact „Jennifer Rostock“ die Fans im Fürstenauer Schlosspark. Zur aktuellen Single „Du willst mir an die Wäsche“ kreiste Sängerin Jennifer lasziv die Hüften. Mit ihrer schrillen Stimme und frechen Sprüchen machte sie Rockröhre Nina Hagen gehörige Konkurrenz. Textsicher und lauthals sangen die Fans die Lieder von „Jennifer Rostock“ mit, die sie von den Musiksendern Viva und MTV kennen. Einige Fans holte Jennifer sogar auf die Bühne und spendierte ihnen ein Bier. Nach einer einstündigen Powershow verabschiedeten sich „Jennifer Rostock“ vom begeisterten Publikum.

Der Abend klang ruhig mit der Münsteraner Band „Samba“ aus, die mit deutschsprachigen Texten über das Leben und die Liebe philosophierte.

Bersenbrücker Kreisblatt 31.08.2009

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Micha am September 17th 2009 in Allgemein

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